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Starthilfe richtig geben

Zwei Kabel, vier Klemmen, eine Reihenfolge – und der Morgen ist gerettet, ohne dass ein Steuergerät dran glaubt.

Schwierigkeit
leicht
Dauer:
10–15 Minuten
Kosten:
0 € (Starthilfekabel einmalig 15–40 €)
Geprüft am:

Für Erwachsene mit Grundwerkzeug. Lies die Anleitung einmal ganz, bevor Du anfängst.

Worum geht es

Starthilfe gibt man, indem man bei beiden Autos Motor und Verbraucher ausschaltet, das rote Kabel zuerst an den Pluspol der Spenderbatterie und dann an den Pluspol der leeren Batterie klemmt, das schwarze Kabel an den Minuspol der Spenderbatterie und dann an einen blanken Massepunkt am Motorblock des Pannenautos, den Spender startet, danach das Pannenauto, und die Kabel in umgekehrter Reihenfolge abnimmt.

Eine leere Batterie ist die häufigste Pannenursache überhaupt: Der Anlasser klackt nur oder dreht zu träge, das Licht wird schwach. Mit einem zweiten Auto und einem Starthilfekabel ist das in zehn Minuten gelöst – wenn die Reihenfolge stimmt. Vertauschte Pole oder ein Funken an der gasenden Batterie kosten im schlimmsten Fall Steuergeräte oder Augenlicht.

Die Reihenfolge hat einen Grund: Plus zuerst, damit beim Anklemmen des zweiten Kabels keine Klemme unter Spannung an die Karosserie kommt. Das schwarze Kabel kommt am Pannenauto nicht an den Minuspol, sondern an einen Massepunkt am Motor – so entsteht der letzte Funke weit weg von der Batterie, die beim Laden Wasserstoff ausgast.

Moderne Autos mit viel Elektronik und Start-Stopp vertragen Starthilfe, wenn man die vorgesehenen Punkte nutzt: Viele haben im Motorraum einen eigenen Plus-Anschluss mit roter Kappe und einen Massebolzen, auch wenn die Batterie im Kofferraum sitzt. Die Betriebsanleitung zeigt sie unter „Starthilfe“. Ein Powerbank-Starter (Booster) geht genauso – nur dass das Spenderauto wegfällt.

Vorbereitung

Werkzeug

  • StarthilfekabelQuerschnitt mindestens 16 mm² für Benziner, 25 mm² für Diesel; Länge 3–4 m; isolierte KlemmenPflichtDünne Billigkabel werden heiß und liefern zu wenig Strom für einen Diesel im Winter.
  • Ein zweites Auto mit gesunder Batterie – oder ein Starthilfe-Booster (Powerbank)PflichtDie Spenderbatterie sollte dieselbe Spannung haben (12 V).
  • Betriebsanleitung beider AutoshilfreichWo liegen Fremdstart-Anschluss und Massepunkt? Steht unter „Starthilfe“ oder „Fremdstarten“.
  • Handschuhe, SchutzbrillehilfreichBatteriesäure und Funken – Brille ist sinnvoll, wenn die Batterie älter ist oder riecht.
  • Warnweste und WarndreieckPflichtWenn das Auto am Straßenrand steht.

Bevor Du anfängst

  • Pole nie vertauschen: Rot = Plus (+), Schwarz = Minus (–). Verpolung zerstört Steuergeräte, Sicherungen und im schlimmsten Fall die Lichtmaschine.
  • Die Klemmen dürfen sich nie berühren, solange ein Ende an einer Batterie hängt. Das freie Ende immer in der Hand behalten oder sicher ablegen.
  • Schwarzes Kabel am Pannenauto an einen Massepunkt (Motorblock, Massebolzen), nicht an den Minuspol der leeren Batterie – wegen des Funkens am gasenden Pol.
  • Autos dürfen sich nicht berühren (Karosserie an Karosserie = Masseschluss). Nicht rauchen, kein offenes Feuer.
  • Gefrorene Batterie (Elektrolyt eingefroren, Gehäuse gewölbt) nie überbrücken – sie kann platzen. Erst auftauen.
  • Bei Hybrid- und Elektroautos gilt die Betriebsanleitung: Die 12-V-Batterie darf meist Starthilfe bekommen, das Auto darf aber oft nicht als Spender dienen.

Schritt für Schritt

  1. Autos aufstellen und vorbereiten

    Spenderauto so parken, dass die Kabel reichen, ohne dass sich die Autos berühren – Motorhaube an Motorhaube oder nebeneinander. Beide Motoren aus, Zündung aus, Handbremse an, Gang raus bzw. P. Im Pannenauto alle Verbraucher aus: Licht, Gebläse, Heckscheibenheizung, Radio. Motorhauben auf, bei beiden Autos Batterie oder Fremdstart-Anschluss finden (Plus unter roter Kappe).

    Autos aufstellen und vorbereiten

    Kontrolle: Beide Autos aus, berühren sich nicht, Pluspole frei zugänglich.

  2. Rotes Kabel: Plus Spender, dann Plus Pannenauto

    Eine rote Klemme fest auf den Pluspol der Spenderbatterie. Die andere rote Klemme auf den Pluspol der leeren Batterie oder den Fremdstart-Pluspunkt des Pannenautos. Die Klemme muss blankes Metall greifen, nicht die Kunststoffabdeckung.

    Rotes Kabel: Plus Spender, dann Plus Pannenauto

    Kontrolle: Beide roten Klemmen sitzen fest auf Plus, Kabel liegt so, dass es nicht in Lüfter oder Riemen hängen kann.

  3. Schwarzes Kabel: Minus Spender, dann Masse Pannenauto

    Eine schwarze Klemme auf den Minuspol der Spenderbatterie. Die andere schwarze Klemme an einen blanken Massepunkt am Pannenauto: Massebolzen (steht in der Anleitung), eine unlackierte Schraube am Motorblock oder eine Metallöse am Motor – weit weg von der Batterie. Hier entsteht beim Anklemmen ein kleiner Funke, das ist normal.

    Schwarzes Kabel: Minus Spender, dann Masse Pannenauto

    Kontrolle: Schwarze Klemme sitzt an blankem Metall, nicht an Lack, Kunststoff oder beweglichen Teilen.

  4. Spender starten, dann das Pannenauto

    Motor des Spenderautos starten und ein bis zwei Minuten mit leicht erhöhter Drehzahl (etwa 1.500/min) laufen lassen – das drückt schon etwas Ladung in die leere Batterie. Dann das Pannenauto starten. Springt es nicht gleich an: Anlasser nach zehn Sekunden loslassen, eine Minute warten, noch einmal. Nach dem zweiten erfolglosen Versuch aufhören – dann ist mehr kaputt als die Batterie, und jeder weitere Versuch schadet dem Katalysator.

    Spender starten, dann das Pannenauto

    Kontrolle: Pannenauto läuft rund im Leerlauf.

  5. Verbraucher einschalten, dann abklemmen – umgekehrt

    Im laufenden Pannenauto Gebläse und Heckscheibenheizung einschalten (das fängt Spannungsspitzen beim Abklemmen ab, die Steuergeräte nicht mögen). Dann die Kabel in umgekehrter Reihenfolge lösen: schwarze Klemme vom Massepunkt des Pannenautos, schwarze Klemme vom Minus des Spenders, rote Klemme vom Plus des Pannenautos, rote Klemme vom Plus des Spenders. Klemmen dabei nie zusammenkommen lassen.

    Verbraucher einschalten, dann abklemmen – umgekehrt

    Kontrolle: Alle vier Klemmen ab, Pannenauto läuft weiter, Verbraucher wieder aus.

  6. Fahren, nicht ausmachen

    Motor jetzt nicht abstellen. Mindestens 30 Minuten fahren, am besten über Land mit gleichmäßiger Drehzahl, damit die Lichtmaschine die Batterie lädt. Kurzstrecke in der Stadt reicht nicht. Danach ans Ladegerät oder die Batterie prüfen lassen.

    Auto fährt auf einer ruhigen Straße, der Motor läuft weiter

    Kontrolle: Nach der Fahrt springt der Motor wieder allein an.

Danach

Wenn die Batterie in den nächsten Tagen wieder leer ist, ist sie entweder am Ende (siehe „Autobatterie wechseln“) oder etwas zieht im Stand Strom (Ruhestrom) – dann messen lassen.

Ins Heft: Datum, Kilometerstand, Umstand (Kälte, Licht vergessen, lange gestanden). Das hilft, ein Muster zu erkennen, bevor es wieder passiert.

Wieder fällig: hoffentlich nie – bei Wiederholung Batterie prüfen

Schrauberheft anlegen

Mit Kilometerstand und Datum – damit Du beim Verkauf zeigen kannst, was gemacht wurde.

Schrauberheft anlegen
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Häufige Fragen

Warum das schwarze Kabel nicht an den Minuspol der leeren Batterie?
Beim letzten Anklemmen springt ein Funke. Eine leere Batterie, die geladen wird, gast Wasserstoff aus – ein Funke direkt am Pol kann das Knallgas zünden. Am Motorblock passiert nichts.
Was passiert bei vertauschten Polen?
Sicherungen fliegen, im schlimmsten Fall sterben Steuergeräte oder die Lichtmaschine. Rot ist Plus, schwarz ist Minus, und die Pole sind an der Batterie mit + und – markiert – vor jedem Anklemmen hinsehen.
Kann ich mit meinem Auto Starthilfe geben?
Die meisten ja. Hybrid- und Elektroautos oft nicht als Spender (Betriebsanleitung). Bei sehr kleinen Spenderbatterien kann ein großer Diesel nicht anspringen – dann hilft ein Booster.
Reicht ein Booster (Powerbank) aus dem Zubehörhandel?
Für Benziner und kleinere Diesel ja. Reihenfolge wie beim Kabel: Rot an Plus, Schwarz an Masse, Booster einschalten, starten, Booster aus und abklemmen. Auf den Startstrom (Ampere) achten, den der Hersteller für den Motor angibt.
Das Auto geht nach dem Abklemmen wieder aus – warum?
Die Batterie ist so tief entladen oder defekt, dass die Lichtmaschine das Bordnetz nicht allein halten kann, oder die Lichtmaschine lädt nicht. Noch einmal überbrücken und direkt zur Werkstatt oder zum Batteriekauf fahren.

Quellen

Woher die Angaben stammen. Stand: 10.10.2026.

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