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HU-Vorbereitung: die Checkliste

Eine Stunde Kontrolle drei Wochen vorher – und die Prüfplakette kommt beim ersten Termin, ohne Nachprüfung und zweite Gebühr.

Schwierigkeit
leicht
Dauer:
45–90 Minuten
Kosten:
0 € für die Kontrolle; Kleinteile wie Lampen oder Wischer nach Bedarf
Geprüft am:

Für Erwachsene mit Grundwerkzeug. Lies die Anleitung einmal ganz, bevor Du anfängst.

Worum geht es

Auf die Hauptuntersuchung bereitet man sich vor, indem man zwei bis drei Wochen vorher Beleuchtung, Bremsen, Reifen, Scheiben, Wischer, Hupe, Ölverlust, Fahrwerkslager, Auspuff, Warndreieck, Warnweste und Verbandkasten selbst prüft, den Fehlerspeicher ausliest und Fahrzeugschein, letzten Prüfbericht und Gasanlagen- oder Tuning-Gutachten bereitlegt – die häufigsten Mängel sind Licht, Achsen und Bremsen sowie Ölverlust.

Die Hauptuntersuchung (HU, bei Pkw alle zwei Jahre, beim Neuwagen nach drei Jahren) prüft, ob das Auto verkehrssicher und umweltverträglich ist. Rund die Hälfte aller Mängel entfällt auf Beleuchtung, Achsen/Fahrwerk und Bremsen; bei älteren Autos ist Ölverlust an Motor und Getriebe der häufigste Einzelmangel. Fast alles davon kann man vorher selbst sehen.

Mängel haben drei Stufen: geringe Mängel (Plakette gibt es, Mangel ist zu beheben), erhebliche Mängel (keine Plakette, Nachprüfung innerhalb eines Monats, nur die bemängelten Punkte) und gefährliche Mängel (Fahrt nur noch nach Hause oder in die Werkstatt). Eine Nachprüfung kostet Geld und Zeit – darum lohnt die Stunde vorher.

Die Abgasuntersuchung (AU) ist Teil der HU: Bei Autos mit OBD wird der Fehlerspeicher mitgelesen; ein anstehender Abgasfehler oder eine brennende Motorkontrollleuchte ist ein erheblicher Mangel. Deshalb gehört das Auslesen zur Vorbereitung.

Vorbereitung

Werkzeug

  • Ein HelferPflichtFür Bremslicht, Rückfahrlicht und Blinker – einer schaltet, einer schaut.
  • Profiltiefenmesser oder 1-/2-Euro-Münze, ReifendruckprüferPflicht
  • TaschenlampePflicht
  • OBD2-Adapter und ApphilfreichSiehe „Fehlerspeicher auslesen“. Nicht Pflicht, aber die einzige Art, einen anstehenden Abgasfehler vorher zu sehen.
  • Wagenheber und UnterstellbockhilfreichFür den Blick auf Bremsen, Lager und Auspuff von unten; Rampen oder eine Grube sind besser.
  • Lappen, GlasreinigerPflicht
  • Zettel oder das HeftPflichtJeden Punkt abhaken – das ist später der Nachweis.

Material

  • Ersatzlampen, Wischerblätter, Verbandkasten, Warnweste, Warndreiecknach BedarfbelegtVerbandkasten nach DIN 13164 mit gültigem Datum; Warnweste nach EN ISO 20471; Warndreieck mit Prüfzeichen.

Jeder Wert trägt eine Ampel: grün ist eine belegte Herstellerangabe, gelb ein üblicher Bereich, der in Werkstatt-Handbüchern und Foren wiederkehrt, rot heißt: Wert im Handbuch Deines Fahrzeugs nachsehen.

Bevor Du anfängst

  • Wer unter das Auto schaut, stellt es auf Böcke oder Rampen – nie nur auf den Wagenheber.
  • Die Vorab-Kontrolle ersetzt keine Reparatur: Wer Spiel am Rad, Risse im Bremsschlauch oder weiches Pedal findet, fährt nicht erst zur HU, sondern behebt es.
  • Wörter zählen: Es ist die „Hauptuntersuchung“ und der „Prüfer“ – TÜV, DEKRA, GTÜ und KÜS sind die Prüforganisationen, bei denen man den Termin macht.

Schritt für Schritt

  1. Papiere und Termin

    Fälligkeit auf der Plakette (Jahr in der Mitte, Monat oben) oder im Fahrzeugschein ablesen. Termin zwei bis drei Wochen vorher machen – überziehen kostet ab dem dritten Monat Bußgeld. Bereitlegen: Zulassungsbescheinigung Teil I, letzter HU-Bericht, bei Gasanlage die Gasanlagenprüfung, bei Änderungen (Felgen, Fahrwerk, Anhängerkupplung) die Gutachten oder ABE.

    Papiere und Termin

    Kontrolle: Termin steht, Papiere liegen im Handschuhfach.

  2. Beleuchtung komplett, mit Helfer

    Standlicht, Abblendlicht, Fernlicht, Blinker vorn/hinten/seitlich, Warnblinker, Bremslicht (alle drei!), Rücklicht, Rückfahrlicht, Nebelschlussleuchte, Nebelscheinwerfer, Kennzeichenleuchte. Beide Seiten gleich hell, keine Risse in den Streuscheiben, kein Wasser im Scheinwerfer. Lichtbild an einer Wand prüfen (gleiche Höhe beider Hell-Dunkel-Grenzen). Defekte Lampen paarweise ersetzen.

    Beleuchtung komplett, mit Helfer

    Kontrolle: Jede Leuchte brennt, alle abgehakt.

  3. Reifen und Räder

    Profil an mehreren Stellen (mindestens 1,6 mm, besser 3 mm), Reifendruck, Flanken auf Risse und Beulen, Alter (DOT). Pro Achse gleiche Reifengröße und -bauart. Felgen ohne Risse, alle Radschrauben da, Radkappen fest. Winterreifen im Sommer sind erlaubt, Reifen mit falscher Größe laut Schein nicht.

    Reifen und Räder

    Kontrolle: Profil über 3 mm, kein Schaden, Größe wie eingetragen.

  4. Bremsen

    Pedal: hart, nicht durchsinkend. Handbremse: hält am Berg beim 3. bis 5. Zahn. Beläge durch die Felge ansehen (mehr als 2–3 mm), Scheiben ohne tiefen Grat. Bremsflüssigkeit: Stand im Bereich, Alter unter zwei Jahren. Probefahrt: Auto zieht beim Bremsen nicht zur Seite, kein Rubbeln im Lenkrad, kein Schleifen. Unter dem Auto: Bremsleitungen ohne Rost-Blasen, Bremsschläuche ohne Risse, nichts feucht.

    Bremsen

    Kontrolle: Pedal hart, zieht gerade, nichts undicht, Beläge über 3 mm.

  5. Sicht: Scheiben, Wischer, Spiegel

    Frontscheibe im Sichtfeld des Fahrers ohne Steinschlag größer als eine 5-Cent-Münze und ohne Risse. Wischer ohne Schlieren, Waschwasser voll und beide Düsen treffen. Alle Spiegel heil und einstellbar. Keine Folien im Sichtfeld, Tönungsfolie nur mit ABE hinten.

    Blick durch die Windschutzscheibe: ein Steinschlag mit Rissen ist orange eingekreist, darunter der Scheibenwischer, oben der Innenspiegel

    Kontrolle: Klare Sicht, Wischer sauber, Spiegel ganz.

  6. Motorraum und Ölverlust

    Unter das Auto und in den Motorraum leuchten: Ölfilm am Motor ist tolerierbar, Tropfen nicht. Getriebe, Antriebswellenmanschetten (ohne Risse, kein Fett herausgeschleudert), Servolenkung, Kühlsystem – alles trocken. Keilrippenriemen ohne Risse, Batterie fest verschraubt, Pole ohne dicke Korrosion. Hupe prüfen.

    Motorraum und Ölverlust

    Kontrolle: Keine Tropfen, Manschetten dicht, Batterie fest, Hupe laut.

  7. Fahrwerk und Lenkung

    Rad angehoben: an 12 und 6 Uhr fassen und wackeln (Spiel = Radlager oder Traggelenk), an 9 und 3 Uhr (Spiel = Spurstange). Koppelstangen von Hand rütteln – darf nicht klappern. Stoßdämpfer trocken (ölnass = Mangel), Auto nach Wippen sofort ruhig. Lenkspiel am Lenkrad gering, Lenkung ohne Klacken. Gummilager an Querlenkern und Stabilisator ohne tiefe Risse.

    Fahrwerk und Lenkung

    Kontrolle: Kein Spiel, keine nassen Dämpfer, keine ausgerissenen Lager.

  8. Auspuff und Unterboden

    Auspuff von vorn nach hinten abklopfen (hohl klingend ist okay, Blechregen nicht), Rost-Löcher, Gummihalter alle vorhanden, nichts hängt tiefer als es soll. Motor laufen lassen und auf Zischen an Flanschen achten. Unterboden: Durchrostung an Schwellern, Längsträgern, Federbeindomen, Wagenheberaufnahmen – mit dem Schraubendreher vorsichtig drücken, das Blech darf nicht nachgeben.

    Auspuff und Unterboden

    Kontrolle: Auspuff dicht und fest, tragende Teile ohne Durchrostung.

  9. Fehlerspeicher auslesen

    Mit OBD2-Adapter den Fehlerspeicher lesen (siehe eigene Anleitung). Anstehende oder bestätigte Abgasfehler (P0xxx) vorher beheben, sonst scheitert die AU. Leuchtet die Motorkontrollleuchte, erst gar nicht hinfahren. Nach dem Löschen eines Fehlers 100–200 km fahren, damit die Abgas-Bereitschaftsmonitore wieder „fertig“ melden – sonst kann die AU nicht ausgewertet werden.

    Fehlercodes in der App lesen und notieren

    Kontrolle: Keine Fehler, keine Leuchte, Monitore bereit.

  10. Innenraum, Pflichtausstattung, Kennzeichen

    Gurte: alle Schlösser rasten, Gurte rollen auf, keine Schnitte. Sitze rasten in jeder Position. Alle Kontrollleuchten erlöschen nach dem Start (Airbag! ABS!). Warndreieck, Warnweste und Verbandkasten (DIN 13164, Datum nicht abgelaufen) im Auto. Kennzeichen sauber, lesbar, Siegel heil, Beleuchtung geht. Fahrgestellnummer lesbar (Windschutzscheibe oder Motorraum).

    Innenraum, Pflichtausstattung, Kennzeichen

    Kontrolle: Keine Warnleuchte, Pflichtteile vorhanden und gültig, Kennzeichen sauber.

  11. Auto reinigen und Mängel beheben

    Gefundene Mängel beheben: Lampen paarweise, Wischer, Verbandkasten, kleine Lecks. Was Du nicht selbst kannst (Bremsleitungen, Lager, Rost an tragenden Teilen), vor der HU in die Werkstatt – mit Deiner Liste. Motorraum und Unterboden grob reinigen: Ein Prüfer, der nichts sieht, sucht länger. Innenraum ausräumen, damit er an Sitze und Gurte kommt.

    Auto reinigen und Mängel beheben

    Kontrolle: Liste komplett abgehakt, Auto sauber, Papiere drin.

Danach

Den Prüfbericht ins Heft (Foto reicht) – mit Datum, Kilometerstand und den vermerkten Hinweisen. Hinweise ohne Mangel („geringer Ölverlust“, „Reifen abgefahren“) sind die Liste für das nächste Jahr.

Erinnerung für die nächste HU auf zwei Jahre minus einen Monat setzen. Das Heft erinnert von selbst, wenn der HU-Termin am Fahrzeug eingetragen ist.

Wieder fällig: alle 2 Jahre (Neuwagen erstmals nach 3 Jahren); Vorab-Check 2–3 Wochen vor dem Termin

Schrauberheft anlegen

Mit Kilometerstand und Datum – damit Du beim Verkauf zeigen kannst, was gemacht wurde.

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Häufige Fragen

Was wird bei der Hauptuntersuchung geprüft?
Bremsen, Lenkung, Fahrwerk, Reifen und Räder, Beleuchtung, Sicht (Scheiben, Wischer, Spiegel), Karosserie und Unterboden auf Rost, Auspuff und Abgas (AU mit Fehlerspeicher), Gurte, Airbags, Pflichtausstattung, Kennzeichen und Papiere. Mit einer Probefahrt und auf dem Bremsenprüfstand.
Welche Mängel sind am häufigsten?
Beleuchtung, Achsen/Fahrwerk und Bremsen machen rund die Hälfte aus; bei Autos ab zwölf Jahren ist Ölverlust an Motor und Getriebe der häufigste einzelne Mangel. Alles vorher selbst sichtbar.
Was passiert, wenn ich durchfalle?
Bei erheblichen Mängeln gibt es keine Plakette; innerhalb eines Monats zur Nachprüfung, bei der nur die bemängelten Punkte geprüft werden (gegen Gebühr). Danach ist eine komplette neue HU fällig. Gefährliche Mängel heißen: nur noch nach Hause oder in die Werkstatt fahren.
Muss der Verbandkasten der neuen Norm entsprechen?
Er muss der DIN 13164 entsprechen und darf nicht abgelaufen sein (Datum auf der Packung, meist fünf Jahre). Ältere Fassungen der Norm sind weiter zulässig, solange der Inhalt vollständig und haltbar ist. Fehlt er, ist das ein geringer Mangel.
Wie lange darf ich die HU überziehen?
Ab dem Fälligkeitsmonat ist das Auto fällig; bis zu zwei Monate darüber gibt es kein Bußgeld, aber einen Hinweis. Ab dem dritten Monat Bußgeld, ab dem fünften zusätzlich eine vertiefte Prüfung mit Aufschlag, ab dem neunten ein Punkt.

Quellen

Woher die Angaben stammen. Stand: 10.10.2026.

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